Am 6. und 7. März fand der diesjährige Fonds Professionell Kongress 2019 im Congress Center, Messe Wien statt und bot u.a. hochkarätige Vorträge und brisante Diskussionen. So auch die von ÖKO-Wohnbau SAW Gmbh, dem exklusiven Vertriebspartner für Bauherrenmodelle von Silver Living, organisierte Podiumsdiskussion zum Thema "Trends bei Immobilieninvestments". Mit am Podium waren der frühere Vizekanzler Dr. Reinhold Mitterlehner, "Investmentpunk" Gerald Hörhan sowie die Geschäftsführer Wolfgang Stabauer (Öko) und Walter Eichinger (Silver Living). Moderiert wurde die Diskussion vom Fonds Professionell Redakteur Alexander Endlweber.

Fern jeglicher Politikersprache redete Dr. Mitterlehner vor rund 800 Zusehern Klartext: "Ich möchte nicht im Pflegeheim alt werden." Nicht nur die Heime, sondern auch die Verfassung der meisten Bewohner, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können, seien nicht einladend. "Pflegeheime sind leider Sterbeplätze", sagt Mitterlehner am Rande der Podiumsdiskussion auf dem Fondskongress. Er sehe daher die Zukunft des menschenwürdigen Alterns nicht in Heimen, sondern in modernen altersgerechten Wohnformen.

Diesbezüglich gibt es einen enormen Investitionsbedarf. "In den nächsten zehn Jahren werden rund 87.000 Einheiten im Betreuten Wohnen benötigt und um diese Lücke zu schließen, sind Investitionen in Höhe von 14,5 Milliarden Euro nötig", erklärte Walter Eichinger. Betreutes Wohnen ist eine beliebte alternative Wohnform für selbstständige und selbstbestimmte Seniorinnen und Senioren, die im täglichen Leben ein bisschen Unterstützung benötigen. Angesichts der demografischen Entwicklung wird der Bedarf in der professionellen Versorgung älterer und alter Menschen steigen. Die Zahl der über 70-Jährigen wird bis 2030 um rund 23 Prozent auf mehr als 1,5 Millionen Einwohner steigen. Gleichzeitig wird eine Zunahme der Pflegebedürftigen von derzeit rund 500.000 auf 750.000 erwartet. Im Moment geschieht die Versorgung noch überwiegend in der Familie und im häuslichen Umfeld. "Das ändert sich aber zunehmend, weil heutzutage auch die Frauen arbeiten gehen und die jungen Menschen vom Land in die Ballungszentren wandern", so Eichinger.

Aus diesen Gründen brach Ex-Wirtschaftsminister Mitterlehner eine Lanze für das private Engagement bei Sozial- und Betreuungsimmobilien wie Kindergärten, Studentenheimen und modernen altersgerechten Wohnformen. "Länder und Gemeinden können die Ausgaben für diese Einrichtungen nicht mehr allein bewältigen", macht Mitterlehner unumwunden deutlich und sagt weiter: "Daher muss der Staat für Privatinvestoren auch investitionsfreundliche Richtlinien und Rahmenbedingungen entwickeln."

Investoren benötigen ein stabiles politisches Umfeld und möglichst wenig Bürokratie. Das sagt Investmentbanker und Immobilieninvestor Gerald Hörhan in der Podiumsdiskussion auf dem Fondskongress. Außerdem betont der als "Investmentpunk" bekannte Experte: "Damit ein Investment in diese Sozialimmobilien kein gefährliches Geschäft ist, müssen sie ordentlich konzipiert und kalkuliert werden." Außerdem benötigen Projektentwickler und Assetmanager mehr als ein durchschnittliches Immobilien-Know-how. "Einerseits muss man wissen, wie die Behörden und ihre Auflagen funktionieren, andererseits muss man sich im Klaren sein, wie die Zweitverwendung der Immobilien aussehen kann, wenn der Kindergarten auszieht oder das Studentenheim nicht mehr als solches benötigt wird", konkretisiert Hörhan.